Suomenlapinkoira - Finnischer Lapphund - Standard

FCI - Standard Nr. 189 / 12. 03. 1999 / D

FINNISCHER LAPPHUND (Suomenlapinkoira)

ÜBERSETZUNG: Durch Dr. J.-M.Paschoud und Frau R.Binder an den neuen Text angepasst / Ergänzt durch Christina Bailey / Durch den VDH überprüft./ Offizielle Originalsprache (EN).

URSPRUNG : Finnland.

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN OFFIZIELLEN STANDARDS: 30.09.2016.

VERWENDUNG: Ursprünglich ein Hüte- und Wachhund für Rentiere. Heute auch als Gesellschaftshund allgemein beliebt.

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp. Sektion 3.4 Nordische Wach-und Hütehunde. Ohne Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: Seit Jahrhunderten haben die Lappländer in Fennoskandien und in den nördlichen Gebieten von Russland Hunde vom gleichen Typ wie dem des finnischen Lapphundes zum Hüten und Bewachen der Rentiere verwendet. Für diese Hunde verfasste im Jahre 1945 der Finnische Kennel Club den ersten Standard des lappländischen Hütehundes. Im Jahre 1967 wurde der Name in Lapphund umgeändert. Während der 70er Jahre festigten sich der Typ und das Erscheinungsbild der Rasse und der Standard wurde mehrmals bearbeitet. Im Jahre 1993 wurde der Name der Rasse noch einmal in Finnischer Lapphund umgeändert. Der Typ der Rasse hat sich in kurzer Zeit gefestigt und heute ist diese Rasse hauptsächlich als Haushund und als Hund für Liebhaber in ganz Finnland sehr verbreitet.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Etwas kleiner als mittelgroßer, im Verhältnis zu seiner Größe kräftig gebauter Hund, dessen Körperlänge die Widerristhöhe leicht übertrifft. Das Haarkleid ist dicht und lang.

WICHTIGE PROPORTIONEN: Die Tiefe des Körpers macht ungefähr die Hälfte der Widerristhöhe aus. Der Fang ist ein wenig kürzer als der Schädel, der etwas länger als breit und etwa gleich breit wie hoch ist.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Aufgeweckt, mutig, ruhig und lernbegierig. Friedfertig und vertrauenswürdig.

KOPF: Kräftig in seinem Umriss, eher breit.

OBERKOPF:
Schädel: Breit, leicht konvex. Die Stirn ist etwas gewölbt. Die Stirnfurche ist ausgeprägt.
Stopp: Ausgeprägt.

GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm: Schwarz oder braun, entsprechend der Fellfarbe.
Fang: Kräftig und breit; Nasenrücken gerade. Von oben und von der Seite gesehen verjüngt sich der Fang gleichmäßig, aber nur wenig.
Lefzen: Straff.
Kiefer / Zähne: Kräftige Kiefer; Scherengebiss.
Backen: Die Jochbogen sind deutlich ausgeprägt.
Augen: Von ovaler Form, dunkelbraun, entsprechend der Fellfarbe.. Der Ausdruck ist mild und friedfertig.
Ohren: Von mittlerer Größe, aufrecht oder halbaufgerichtet getragen, eher weit auseinander eingesetzt und am Ansatz relativ breit. Sie sind dreieckig und sehr beweglich, auch die innere Seite ist mit Haar bedeckt. Ebenso zulässig ist ein Ohr aufrecht und das andere halbaufgerichtet.

HALS: Von mittlerer Länge, kräftig und von dichtem Haar bedeckt.

KÖRPER:
Widerrist: Breit und bemuskelt, nur leicht ausgeprägt
Rücken: Kräftig und gerade.
Lenden: Kurz und bemuskelt.
Kruppe: Von mittlerer Länge, gut entwickelt, nur leicht geneigt.
Brust: Tief, eher lang, fast bis zu den Ellenbogen reichend, nicht sehr breit. Die Rippen sind leicht gewölbt; die gut sichtbare Vorbrust ist nicht sehr stark entwickelt.
Untere Profillinie und Bauch: Nur leicht aufgezogen.

RUTE:
Eher hoch angesetzt, von mittlerer Länge, reichlich mit langem Haar versehen. Das Ende der Rute kann einen J-förmigen Haken bilden. In der Bewegung ist die Rute über dem Rücken oder zur Seite gekrümmt; in der Ruhe kann sie hängend getragen werden.

GLIEDMASSEN
VORDERHAND:
Allgemeines: Kräftig und starkknochig. Von vorne gesehen gerade und parallel.
Schulter: Leicht schräg.
Oberarm: Gleich lang wie das Schulterblatt. Der Winkel zwischen Schulterblatt und Oberarm ist ziemlich offen.
Ellenbogen: Etwa in Höhe des tiefsten Punktes des Brustkorbs, gerade nach hinten ausgerichtet.
Vorderarm: Ziemlich kräftig, senkrecht.
Vorderfußwurzelgelenk: Elastisch.
Vordermittelfuß: Von mittlerer Länge, leicht schräg gestellt.
Vorderpfoten: Gut gewölbt, mehr oval als rund, dicht behaart. Die Ballen sind elastisch und seitlich dicht behaart.
HINTERHAND:
Allgemeines: Kraftvoll, starkknochig; von hinten gesehen gerade und parallel. Die Winkelung ist deutlich ohne Übertreibung markiert.
Oberschenkel: Von mittlerer Länge, eher breit, mit gut entwickelter Muskulatur.
Knie: Parallel, ziemlich gut gewinkelt..
Unterschenkel: Relativ lang und sehnig.
Sprunggelenk: Mäßig niedrig, eher gut gewinkelt aber nicht übermäßig.
Hintermittelfuß: Ziemlich kurz, kräftig und senkrecht.
Hinterpfoten: Wie die Vorderpfoten.

GANGWERK: Ohne Anstrengung. Der Hund wechselt leicht vom Trab in den Galopp. Die Läufe bewegen sich in parallelen Ebenen. Bei der Arbeit flink und rasch.

HAUT: Am ganzen Körper gut anliegend, ohne Falten.

HAARKLEID
Haar: Üppig, besonders die Rüden haben eine reichliche Mähne. Das Deckhaar ist lang, gerade und rau. Auf dem Kopf und an den Vorderseiten der Läufe ist das Haar kürzer. Eine feine und dichte Unterwolle muss vorhanden sein.
Farbe: Alle Farben sind erlaubt. Die Grundfarbe muss vorherrschen. Andere Farben als die Grundfarbe können am Kopf, am Hals, an der Brust, an der Unterseite des Körpers, an den Läufen und an der Rute vorkommen.

GRÖSSE: Widerristhöhe: Idealgröße für Rüden : 49 cm, für Hündinnen: 44 cm. Toleranz +/- 3 cm.

Der Typ ist wichtiger als die Größe.

FEHLER:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
� Rüden und Hündinnen nicht geschlechtstypisch.
� Leichter Kopf.
� Stopp ungenügend ausgeprägt.
� Zu stark gewinkelte Gliedmassen, zu steile Hinterhand.
� Rute ständig weiter unten als die obere Profillinie getragen.
� Fehlen der Unterwolle.
� Flach anliegendes Haar.
� Deckhaar gelockt.
� Grundfarbe nicht eindeutig.

DISQUALIFIZIERENDE FEHLER:
� Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde
� Hunde, die deutlich physische Abnormitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
� Vor-oder Rückbiss.
� Knickrute.
� Hängeohren.

N.B.
� Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
� Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden. Die letzten Änderungen sind in Fettschrift geschrieben.

Heidi Schulze
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